Bar
Chérie

Düsseldorf, Altstadt

Schubladen

Gespräch

Wie ist die "Bar Chérie" entstanden?

So ein bisschen Rotlichtmafia-mäßig. Das hat als Club vor 12 Jahren angefangen und hieß früher "Baby Love". Davor hieß es noch "Golden Door" und war so eine richtige Spielunke. Die Fenster zu, ganz halbseiden, ein ganz komischer Laden. So ein bisschen Rotlichtmafia-mäßig. Auch ganz schräge Leute. Der Besitzer war dann Mitte 70 und hat abgedankt. Daraufhin haben wir bzw. meine Freunde direkt zugeschnappt und alles umgebaut. Die erste Idee war einen Club zu machen in dem nicht nur Elektro oder House läuft. Wir hatten Freunde die DJs sind und haben eigentlich ohne Konzept, ganz aus dem Bauch heraus angefangen. Und das kam gut an, die Leute haben uns die Bude eingerannt. Das lief 10 Jahre gut bis die Nachbarn Stress gemacht haben. Als Club ging das dann nicht mehr. Wir haben uns gefragt, was machen wir jetzt? Wir haben alles geändert, Holzboden reingelegt, neues Mobiliar angeschafft und daraus eine Bar gemacht, damals noch die "Bar Lülü".

Wie ist das bei den Clubgängern angekommen?

Die Leute kamen anfangs immer noch herein und haben gefragt: "Wann kommt der DJ?" Die Idee war aber, dass es kein DJ mehr gibt und nur noch Musik läuft die wir jetzt auch hören (Anm.: Französische Chanson). Das ist relativ schnell gut angekommen, weil die Generation ja auch älter geworden ist. Die Leute waren froh einen coolen Laden zu haben, keinen Klub mehr, wo man aber trotzdem bis 5Uhr morgens auch mal feiern kann. Ganz spontan, je nach Stimmung.

Was ist mit der Bar Lülü passiert?

Eine Oase in der Altstadt mit Kerzenlicht, Jazz, Wein und Flammkuchen. Die haben sich entschlossen einen Laden im Hafen aufzumachen, worauf ich dann das "Lülü" übernommen habe. Die Vorraussetzung aber war, das war mir sehr wichtig, den Laden so zu behalten wie er war. Ich find den Laden super schön und wollte die Idee behalten, eine Oase in der Altstadt zu schaffen, mit Kerzenlicht, Jazz, Wein und Flammkuchen. Es sollte aber auch nicht langweilig sein. Was ich schön finde ist, dass es ein sehr junges und sehr buntes Publikum ist. Es kommen Studenten und andere kommen etwa nach einen Photoshooting hier nochmal zusammen. Es kommen auch viele Frauen, was ein schönes Kompliment an einen Laden ist. Ich denke, dass besonders Frauen sich gerne dort aufhalten wo es schön ist.

Wie bist du auf den Namen "Bar Chérie" gekommen?

Damals als es noch das "Baby Love" war, gab es hier oben die Tanzfläche und unten eine Bar. Die hieß "Bar Chérie", die ziemlich klein war. Ich fand es eine schöne Sache, einen bestehenden Namen wieder zu nehmen. Davon abgesehen klingt es nach Frankreich und ein bisschen Kitsch. Das passt ganz gut. Schließlich kann man den Laden nicht "Weinzimmer" nennen. Es darf schon ein bisschen schräg sein.

An welche Abende erinnerst du dich besonders?

Das Ding ist jeden Abend neu zu erfinden. Du weißt nie wer kommt und was passiert. Ich find es schöner als zu sagen, heut flippen wir alles aus, weil 80er Party ist. Hier passiert es spontan, hier kann es sich ergeben. Neulich war auch eine Gruppe da, der es sehr gefiel, die viel getrunken und gegessen hat. Um 3Uhr tanzten alle und es stellt sich heraus, das die Gruppe das Tanz&Performance Ensemble des Stückes "Rausch" war (Anm.: Düsseldorfer Schauspielhaus, Spielzeit 2011/12).

Wie ist der Zettelkasten entstanden?

Das Personal fing irgendwann damit an Abends kleine Zettel über die Gäste und woran sie gerade denken zu schreiben. Die zwei, drei Zettel lagen in der Schublade und andere haben angefangen auch was reinzulegen. Ich find's klasse. Es ist schon was anderes als eine Facebook Pinnwand, da hat man keine zerknitterten Zettel und keine Weinflecken auf der Nachricht.

Kontakt

Bar Chérie

Kurze Straße 2
40223 Düsseldorf

Tel.: +49 211 261 097 95

Montag - Donnerstag 18-3 Uhr
Freitag und Samstag 18-5 Uhr